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Cystinsteine / Zystinsteine


Info: Der Autor ist weder Experte noch Fachmann. Die Inhalte sind persönliche Erfahrungen oder im Internet recherchierte Artikel. Eine konsultation eines Arztes, Urologe oder Nephorloge ist unbedingt notwendig


 

Warum leiden Menschen an Cystinsteinen (Zystinsteine)?

Lediglich weniger als 1% der an Harnstein leiden Menschen produzieren Cystinsteine. Man nennt es auch Cystinurie.
"Gesunde" Menschen scheiden ca. 40-80mg Cystin pro Liter Urin aus. Wir leider nicht! Unsereins scheidet fast ein Gramm pro Liter aus. Leider löst sich diese Substanz schwer im Wasser bzw. Urin auf. Es kommt zum kristallisieren und dadurch entstehen die Nierensteine.

Das wir übermassig Cystin produzieren, bzw. ausscheiden ist eine vererbbare Stoffwechselkrankheit.

Hunde und Katzen können ebenfalls Cystinsteine bekommen, da ist der Anteil wesentlich höher als 1%.

 

Ist das Leiden heilbar?

Leider nein. Aber therapierbar mit Medikamenten und massiver erhöhung der Trinkmenge. Weitere Infos unter Therapien.

 

Was passiert wenn ein Stein "auf reisen" geht?

Ein kleinerer Stein oder ein Bruchstück eines grösseren Steins macht sich auf den Weg von der Niere in die Blase über den sogenannten Ureter. Es ist auch möglich das dieser Stein wie ein Ventil den Ureter verschliesst.

Wenn dies geschieht merkt man dies sofort. Es entstehen sehr starke Schmerzen in der Flankengegend.. Meistens strahlt es in die Leistengegend aus und auch in die Wirbelsäule. Der Weg zum Arzt oder direkt ins Krankenhaus ist unumgänglich.

Die Niere kann den enthaltenen Urin nicht mehr ableiten und es kommt zu einer Stauung was zusätzliche Schmerzen verursacht. Ebenfalls sind ab diesem Zeitpunkt die Wahrscheindlichkeit einer Entzündung hoch.

 

Behandlung

Der Urologe wird sich via Ultraschall oder mittels Röntgenbild einen Eindruck davon machen. In seltenen Fällen wird ein MRI durchgeführt.

Wenn der Stein klein ist kann der Übeltäter selbst abfliessen. Dies dauert in den meisten Fällen ein paar Stunden bis zu drei Wochen. Diese Zeit kann man mit Schmerzmitteln (Novalgin, Dafalgan, Tramal, Olfen) überbrücken.

Bei kleinen Steinen kann eine oder mehrere Behandlungen mit ESWL (Stosswellen) Hilfe erbringen. Cystinsteine reagieren allerdings nicht besonders auf ESWL Therapien.

Falls der Stein grösser ist muss der Urologe oder Chirurg aktiv werden. Bei einer akuten Situation wird als erstes eine Schiene (Pigtail / Doppel-J-Katheter) zwischen Niere und Blase gelgt. Dadurch kann der Urin abfliessen. Bei einer guten körperlichen Verfassung kann dieser Eingriff ambulant durchgeführt werden. Er geschieht unter Teil- oder Vollnarkose.

In einem späteren Zeitpunkt wird häuffig eine PNL oder PCN (Perkutane Nephrolitholapaxie) durchgeführt. Ein oder mehrere Endoskope wird durch eine Öffnung von ca. 3cm  über die Flanken eingeführt. Zusätlich wird über den Harnweg eine Schiene eingeführt.
Der Stein verkleinert und Stück für Stück entfernt. Dieser Eingriff wird unter Teil- oder Vollnarkose durchgeführt und kann mehrere Stunden dauern.
(Bildquelle Website Uniklinikum Leipzig)

 

Nach der OP wird ein kleiner Schlauch welcher direkt aus der Niere den Urin ableiten. Es kann auch sein dass zusätzlich ein Blasenkatheter eingelegt wird. Dieser kann in den meisten Fällen nach einem oder wenigen Tagen entfernt werden. Auch der Schlauch aus der Niere wird bei einem guten Abfluss nach einigen Tagen entfernt und der baldigen entlassung aus dem Krankenhaus steht nichts mehr im wege.

Jetzt ist es wichtig dass man unbedingt Steinfrei ist. Sind Restkonkremente in der Niere vorhanden sind dies Träger oder Wirte für eine weitere, grössere Steinbildung.